Stuart Pigott
zählt international zu den wichtigsten Weinkennern und
–kritikern. Er ist ein fabulierender Provokateur, der mit
unbändiger Leidenschaft sämtliche Regeln der Weinkritik
verletzt. Für sein neues Buch „Wilder Wein“ reiste
Pigott zu den äußersten Grenzen der Weinwelt, wo sich
radikale Veränderungen am deutlichsten zeigen und findet dort
überraschende Weine und überzeugende Winzer. Pointiert,
kritisch und unterhaltsam erzählt Pigott im Bücherhaus
von dieser „wunderbaren“ Unordnung in der Neuen Weinwelt.
Blindverkostung in
„Neuen Weinwelten“
Er präsentiert dabei
in einer „Blindverkostung“ verschiedene Weine. Darunter sind auch zwei Weine aus Indien und
Thailand. Und er bringt Entdeckungen aus nahe liegenden
Weinbau-Regionen mit. Die von Pigott vorgestellten Weine bietet die
Vinothek des Bücherhauses an diesem Abend zum Sonderpreis an.
Zu den Weinen kreiert Ulrich Haas, der Chefkoch des Columbia- Hotels, aus seiner Frischeküche kleine Culinaria als Fingerfood. Leser der FAZ kennen
Pigotts Wein-Kolumnen …
als
Buchveröffentlichungen liegen bisher von Pigott „Schöne
neue Weinwelt“, „Planet Wein“
und„Stuart Pigotts kleiner genialer Weinführer“ (seit 2004
jährlich aktualisiert) vor. Aktuell zur Weinprobe stellt Pigott
sein neues Buch „Wilder Wein“ vor.Der Engländer Stuart Pigott: Terminator und Fähnleinführer. Weinkritik als Spaßguerillaattacke für den selbstbewussten Genuss. Pigotts Weinschilderungen bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen Weltgeist und Plattitüde. Oft durchweht dieses Fabulieren ein wunderbares Leuchten. Manchmal jedoch, wie in seinem gerade erschienenen "kleinen, genialen Weinführer", auch nur ein schnelles Glitzern. Kleine professionelle Verkostung bei "Wein und Glas". Ein erstaunlicher Kabinettsriesling aus dem Rheingau: "Aber glücklicherweise ist das nicht die Pamela-Anderson-Nummer, ne?" Bloß weg mit dem altem, Ehrfurcht gebietenden Brimborium! Stuart Pigott: "So was kotzt mich an, dieses In-Ohnmacht-Fallen vor Namen und Etiketten und Image. Ich treibe eine Kampagne gegen dieses grausame Etiketten-Trinken, Namen-Trinken, Preisschilder-Trinken und so weiter." Pigott ist Ketzer aus Überzeugung und Kritiker aus Leidenschaft. Seine Kolumnen in der FAZ lesen sich wie Protokolle der schwierigen Liebe zum Wein zwischen "Göttertrank" und "Blendwerk" und wie einst die Dogmafilmer hat Pigott auch seine eigenen "Gesetze" erlassen. Das plakativste: "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität beim Wein." Aber der Kritiker ist auch eine Art Weinentertainer - wackelig balancierend zwischen Demokratisierung und Banalisierung: "Wein ist genauso gut oder schlecht, wie er für Sie riecht und schmeckt. Ich bin einfach der Meinung, dass das, was einem Menschen aufrichtig schmeckt, schmeckt - ihm oder ihr. Und wenn das dieser flauschige weiße Kuschelhäschengeschmack ist, was mich abstößt, was für mich immer so gleich ist und so langweilig und für mich belanglos, dann ist das für diese Mensch gut und ich möchte da nicht dazwischenfunken." Macht Pigott so seinen eigenen Kreuzzug gegen Weine von - Zitat - "geradezu pornographischer Offensichtlichkeit" nicht hinfällig? Und: Wenn der Konsument eh recht hat, müsste da einer wie Pigott nicht demnächst abtreten? Ganz unter der Hand aber und mit schönen Spitzen agitiert Pigott auch in diesem Buch wieder gegen Vorurteile und Halbwissen, z um Beispiel wenn er eine Lanze für edelsüße Weine bricht: "Sehr viele Menschen trinken gerne süße Weine, haben immer sehr gerne süße Weine getrunken, haben sich dafür geschämt oder sich zumindest nicht getraut, den Mund aufzumachen und zu sagen: Ich hätte lieber einen süßen Wein. Und diese Zeit geht Gott sei Dank zu Ende." Denn was bedeutet eigentlich der Begriff "trocken"? Er ist ein Terminus technicus der Weinbereitung und weit davon entfernt, irgendetwas über Qualität auszusagen. So werden wir entlassen in produktive Ratlosigkeit: in den Dschungel der schönen neuen Weinwelt zwischen groß gewachsenen und groß gemachten Weinen, zwischen teuer-enttäuschend und preiswert-aufregend. Wir bitten um verbindliche Voranmeldung bis zum 4.11.2006. Bücherhaus Jansen, Marktstraße 10-14 / Löwenpassage – Rüsselsheim – Tel.: 06142-61844
Veranstalter: Bücherhaus Jansen, Marktstraße 10-14 / Löwenpassage, 65428 Rüsselsheim, Tel.: 06142-61844 |