Mit Sprache und Bällen jonglierend




Konecnys HipHop-Roman ist Liebesroman und Milieustudie
Robert alias Bejb fühlt sich als Looser. Seine Eltern sind mit dem Zirkus unterwegs. Er lebt bei der Großmutter. Seine Kindheitsfreundin Kathrin geht, seit sie zwölf ist, nicht mehr mit ihm zum Sandkasten. Was nun mit den Trieben? Und dann hat er auch noch im wahrsten Sinne des Wortes zwei linke Hände. Als er endlich nach fünf Jahren mit vier Bällen jonglieren kann, bleibt er für die Leute in Afterheim trotzdem der Freak. Die Schule ist nur ein Ort der Demütigung. Schul- und Ortswechsel ist angesagt. In Neuleben würde er also ein neues Leben anfangen können und seiner Vergangenheit entkommen. Aber Neuleben gibt sich ganz und gar nicht freundlich, vor allem Bejbs neue Klasse nicht. Neu ist für ihn allerdings, dass dort gerappt wird, die Lehrerin direkt vom Playboy-Plakat stammen könnte und ihrer Meinung nach, HipHop die kreativste Jugendkultur ist, die es je gegeben hat.
Jaromir Konecny holt mit seinem Roman „Hip und Hop und Trauermarsch“ die jugendlichen Leser direkt aus dem Trubel ihrer Gefühle ab. Ob die Hormone toben, die Schule stresst, es mit der Liebe nicht klappen will, die einen Alten nichts taugen und die anderen nicht auftauchen. Er verwendet dafür eine ganz direkte Sprache, nicht anbiedernd, sondern als Slam-Poet mit der Sprache in verschiedenen Formen spielend. Er lockt in diesem Roman seine Helden und auch seine Leser, sich mit Sprachspielereien auszuprobieren. Gleichzeitig sind es seine jugendlichen Protagonisten, die Gewaltverherrlichung, Frauenfeindlichkeit eindeutig ablehnen. Konecny schildert eine meist graue und raue Wirklichkeit, immer wieder gespickt mit komischen Elementen, schliddert knapp am dramatischen Ende vorbei, hin zu einem doch noch guten Ausgang. Und wenn schon jetzt gesagt wird, er sei der „Kaminer für Jugendliche“, dann ist festzustellen, dass Konecny viel dichter schreibt, unmittelbarer, atmosphärischer, eben aus dem Herzen seiner jungen HeldInnen heraus.
Hans J. Jansen

Der starke Auftritt –
als Perfomance und Workshop für Schulen geeignet.
Alles ist anders als erwartet. Es ist, als käme er gerade aus dem Cafe von nebenan. Sei so zufällig da. Fragt bescheiden, wo er auftreten soll. Nein, ein Stuhl ist nicht gewollt. Inzwischen sind die Gäste gekommen. Warten auf die Lesung. Und werden überrascht. Jaromir Konecny liest nicht, er erzählt seine Geschichten. Frei und immer wieder auf das Publikum eingehend. Kokettiert mit seiner Aussprache und den Schwierigkeiten, die der Tscheche mit dem Ü der deutschen Sprache, überhaupt der deutschen Sprache hat. Zeigt sich dann aber wortgewandt, mit diesem böhmisch-tschechischen Akzent, subversiv wie der brave Soldat Schwejk. Zur richtigen Zeit setzt er komische Akzente; rudert zurück, wenn er den eigenen Kalauer erk
ennt. Das Publikum hört aufmerksam seine Geschichten, die das Leben, sein Leben geschrieben hat. Ist amüsiert und bedauert, wenn schon nach mehr als 90 Minuten die Perfomance zu Ende ist. Jaromir Konecny hat als Slam-Poet zahlreiche Slam-Poetry Wettbewerbe gewonnen. Seine Lesungen spiegeln die langjährige/ganze Bühnenerfahrung. Jetzt ist er mit seinem ersten Roman „Hip und Hop und Trauermarsch“ auch bei seinen Slam-Poetry-Kollegen unterwegs. Gleichzeitig bietet er die Perfomance Schulen an. Dies ist sicherlich ein aktueller Beitrag zur Förderung von Sprach- und Lesekultur. Erfahrungen in Schulen hat er in Workshops bereits gesammelt. Jugendliche aller Sekundarstufen holt er mit seiner Art ab.
Die Sprachlosen wurden bühnenreif
Zwei Tage begleitete Jaromir Konecny ein Literatur-Projekt an der Kopernikus-Schule in Freigericht. StR Ingo Wintermeyer war von dem Slam-Poeten begeistert. Er erlebte wie der ganze Formenreichtum der Poesie und der Rhetorik neu kreiert, der Blick der Schüler auf die eigene Sprache zurückgelenkt wurde. Bei den unterschiedlichsten Alters- und Schulstufen entwickelte sich eine Kreativität, die selbst die Sprachlosen, die bislang Stummen anfeuert – so Wintermeyer. Am Ende des Projekts gab es vielfältige Texte und den Wunsch, den Unterricht „freiwillig“ bei einer Slam-Veranstaltung fortzuführen. Die Schüler wollten ihre poetischen Versuche vor unbekanntem Publikum beklatschen, verreißen oder feiern lassen. Sie haben verstanden, was Konecny damit meinte, dass Literatur die Fortsetzung des Erzählens am Lagerfeuer mit anderen Mitteln sei.
Weitere Infos: wintermeyer@lingua.uni-frankfurt.de

Lesung/Performance
Auf der Buchmesse 2005 präsentierte Konecny seinen noch unveröffentlichten Text am Stand des LESEFORUMS im Rahmen einer Performance. Spontan entstand die Idee der verschiedenen Leseförder-Einrichtungen Schulen Konecny mit seinem neuen Buch für eine Performance oder einen Workshop zu empfehlen. Für eine Lesereise durch die Schulen erklärte sich Konecny sofort bereit. Bei Interesse an einer Lesung oder einem Workshop können sich Schulen an Ilsche Rutzky, Random House, wenden: ilsche.rutzky@randomhouse.de , Tel. 089-4136 3032

Unterrichtseinheit
Zu „Hip und Hop und Trauermarsch ist eine Unterrichtseinheit von Petra Anders erarbeitet worden, die UE ist von den Internet-Seiten von - www.lag-jugendliteratur.de / www.schulbibliotheken.de / www.ajum.de / - kostenlos abzurufen.

Petra Anders ist ausgebildete Gymnasiallehrerin in den Fächern Deutsch und
Geschichte. Derzeit ist sie als Lehrerin und Schulbuchautorin tätig. Durch
Actionwriting und die Leitung der Schreibwerkstatt "Sellafly" bekam sie
Kontakt zur Poetry-Slam-Szene Berlin. Sellafly wurde bereits in Presse,
Radio und Fernsehen vorgestellt.
Ihr Werdegang:
1999 – 2001 • Referendariat in den Fächern Deutsch / Geschichte an der Georg-Forster-Oberschule, Berlin-Lichtenberg
• Didaktischer Schwerpunkt: Dokumente aus Babel. Eine produktionsorientierte
Unterrichtseinheit  zur Berliner Gegenwartsliteratur.
2001 • 2. Staatsexamen / • DaF-Lehrerin an der Hartnackschule
2002 • Lehrerin am Oberstufenzentrum Märkisch-Oderland
2003 • Dozentin für Kinder- und Jugendliteratur Soziale Fachschule Berlin Spandau
ab 2000 • freie Redakteurin und Autorin für Cornelsen (Handreichungen, Newsletter,
Schulbücher, Filmhefte), didaktische Beiträge wie beispielsweise:
- Neue Bühne für Lyrik: Poetry Slam im Unterricht
Projekte und Veranstaltungen: • Sellafly • Schreibwerkstatt • Autorin für den Kulturverein Lebensfreude Berlin • Organisation von U 18 Slams in Zusammenarbeit mit www.spokenwordberlin.net • Workshops und Lehrerfortbildungen in Berlin, Stuttgart, Kassel, Salzgitter, Göttingen zusammen mit Bas Böttcher


Veranstaltungen
Hip und Hop und Trauermarsch – das Bühnenprogramm
  • 05.04.2006 Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, Wuppertal, Forum Maximum, Rex Theater. www.rex-theater.de
  • 06.04.2006 Bücherhaus Jansen, Rüsselsheim offene Schulveranstaltung mit HipHop-Band. www.buecherhaus-jansen.de
  • 17.04.2006 Café Gap, München, Konecnys traditionelle Ostermontagslesung im Rahmen der Kult-Spoken-Word-Reihe – Speak & Spin
  • 21.04.2006 Sprechstation, Stadttheater Konstanz, Botzheim www.sprechstation.de
  • 29.04.2006 Café Museum, Passau, Tel.: Reservierungen: 0851-9666888
  • 18. & 19.05.2006 Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse, Saarbrücken Messeinfo: www.buchmesse-saarbruecken.de / Tel.: 0681-584 66 02
Weitere Infos siehe: www.jaromirkonecny.de


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