Die Elite der Fantasy-Literaten kam zur Lesenacht
Am Steinkreis ungewöhnliche Begegnung von Landschaft und Literatur


Nachlese: Die lange Fantasy-Nacht

Es war ein stürmischer Tag. Vom frühen Morgen an kämpften helle gegen dunkle Mächte, starke Winde peitschten wahre Regenwände über das Land. Aber am Abend siegte die Sonne. Und es blieb die ganze Nacht über trocken.

Zauberische Stimmung auf dem renaturierten Weilbacher Kiesgrubengelände: Gut 500 Zuhörer haben sich eingefunden. Aus allen Himmelsrichtungen - von Köln, von Hamm, von Schweinfurt oder von Hamburg - reisten sie an und ließen sich vom Zauber der Waldlichtung einfangen. Neben dem magischen Steinkreis war die Bühne aufgebaut. 

Das Bücherhaus Jansen, Rüsselsheim, und die Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach/Südhessen hatten zur langen Fantasy-Lesenacht geladen.


Das Naturschauspiel der Wolken und geheimnisvolle Lichter am Waldesrand.


Julia Brückner begann mit „Das Geheimnis des siebten Zimmers“. Vier Freunde stöbern auf dem mit Reiseandenken eines alten Kapitäns voll gestopften Dachboden – und finden sich plötzlich auf einer Meeresinsel wieder. 

Einen kritischen Blick auf die Zwänge unserer Konsumwelt warf Jörg Hagemann in seinem fantastischen Roman „Luis Dor und die Macht der Undinge“. Eindrücklich schildert er das Verschwinden von nicht greifbaren Dingen. Und so erlebten die Zuhörer einen Geheimrat Goethe, der nur noch einen einzigen Vers seines umfangreichen Werkes zu rezitieren weiß.

Eine Welt voller alter Magie erwartete das Publikum in Nina Blazons historischem Fantasyroman „Die Rückkehr der Zehnten“. Das Schicksal der Zwillinge Lis und Levin ging den Zuhörern unter die Haut.


Auf Tuchfühlung mit den schreibenden Stars. Das Autoren- und Bücherzelt war in den Pausen ständig belagert.

Lebhaft suchten die Kinder und Erwachsenen den Kontakt mit ihren Lieblingsschriftstellern in der Pause. 

Danach nahm Peter Schwindt seine Fans mit auf eine Zeitreise. Sein Held „Justin Time“ springt aus dem 24. Jahrhundert in die Vergangenheit und begegnet dabei Charles Darwin auf seinem Weg zu den Galapagos-Inseln. 
Zum Greifen nah waren die Gefahren, am Steinkreis wurde es langsam dunkel und unheimlich. Der Perkussionskünstler Arnold entwickelte nach jedem Text mit seinen vielfältigen Schlaginstrumenten eine kurze Improvisation und setzte so Literatur in Musik um. Die Spannung steigerte sich.


Die Gäste konnten das Mienenspiel ihrer Autoren auf der Großleinwand verfolgen. 

Kai Meyer betrat die Bühne. Das in einem Eiswinter erstarrte St. Petersburg in seinem aktuellen Roman „Frostfeuer“ ließ die Zuhörer frösteln. Sie lauschten gebannt, als der Autor fein moduliert den Kampf zweier Zauberinnen schilderte.

Ihren Höhepunkt erreichte die Nacht, als Wolfgang Hohlbein auftrat. Er überraschte die Zuhörer vollkommen: Gerade erst hat er das Manuskript zu einer Fortsetzung seines legendären Romans „Märchenmond“ fertig gestellt. Jubel brandete auf, als er jetzt daraus zum ersten Mal öffentlich vorlas. Damit hatte niemand gerechnet!

Autoren, Zuhörer und Veranstalter waren sich einig: Die Begegnung von Literatur und Landschaft gelang eindrucksvoll in dieser Nacht und eine Wiederholung ist angesagt. 

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Verantwortlich: Hans J. Jansen, Kultur und Pressearbeit, 65462 Gustavsburg
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